Mobbing
Mobbing stammt aus dem Englischen und bedeutet Anpöbeln, Fertigmachen (mob = Pöbel, mobbish = pöbelhaft).
Das Phänomen, das dahinter steckt, ist der lang andauernde Psychoterror in der Schule, was im übrigen keine Erscheinung jüngeren Datums ist. Unter Mobbing sind nicht die alltäglichen Schulkonflikte gemeint, sondern Handlungen negativer Art, die durch eine oder mehrere Personen gegen eine Mitschülerin oder einen Mitschüler gerichtet sind und über einen längeren Zeitraum hinaus - ein halbes Jahr oder länger - vorkommen.
Mobbing steht für alle böswilligen Handlungen, die kein anderes Ziel haben, als eine Mitschülerin oder einen Mitschüler fertig zu machen.
Dazu gehören etwa hinterhältige Anspielungen, Verleumdungen, Demütigungen, Drohungen, Quälereien oder sexuelle Belästigungen.
Hochbegabte Kinder sind auch oft Mobbing ausgesetzt. Dies begrenzt sich leider nicht nur auf Mitschüler, sondern auch Lehrer mobben hochbegabte Kinder, sobald die Hochbegabung bekannt ist.
Hochbegabte werden manchmal gemobbt, weil diese sich anders benehmen als andere Kinder. Sie stören teilweise den Unterricht, weil sie unterfordert sind und/oder Langeweile im normalen Unterricht verspüren. Sie sind oft impulsiv, müssen ihr Wissen sofort an den Mann bringen und können nicht abwarten, bis sie an der Reihe sind. Außerdem haben sie trotz Hochbegabung oft Handicaps wie LRS, schlechte Handschrift, Unordentlichkeit und langsame Arbeitsweise. Diese Kombination wird von vielen Lehrern überhaupt nicht verstanden. Das sind dann die Kinder, die ja könnten, wenn sie nur wollten.
Die Reaktion vieler Lehrer ist dann Mobbing: negative Bemerkungen oder sogar Beleidigungen, negative Kommentare unter den Klassenarbeiten, Bloßstellung vor der Klasse, Anschreien, Punkteabzug in höheren Klassenstufen, Strafarbeiten, Nach- und Vorsitzen, vor die Tür setzen usw.
Die Strafen bringen jedoch gar nichts, sondern das Kind wird zusätzlich aggressiv und/oder depressiv.
Sätze wie "wenn Du angeblich so schlau bist wie Deine Mutter sagt, warum schreibst Du dann keine guten Noten?" oder "wegen Dir kann ich doch nicht den Unterricht im ICE-Tempo machen" kratzen an der hochsensiblen Seele hochbegabter Kinder.
Was können Eltern tun, wenn Lehrer sich aber nicht überzeugen lassen, dass die Kinder anders beschäftigt/gefordert werden müssten oder wenn diese Lehrer auch nicht daran glauben wollen, dass Strafen das Verhalten eher verschlimmert, aber ein Belohnungssystem hilfreich sein kann? Was kann man tun, wenn diese Lehrer trotz vieler Gespräche und Informationen nur von Ritalin und Verhaltenstherapie überzeugt sind? Was erreicht man als Eltern, wenn man hier auf die Einhaltung von Gesetzen pocht. Vor-die-Tür-Setzen ist verboten, oder? Ist eine-Stunde-vor Unterrichtsbeginn-in-die Schule-kommen-lassen erlaubt? Falls es verboten ist, was bringt der Versuch, solche Strafen zu verhindern? Die Lehrer werden dann doch erst recht pingelig und werden kleinste Verhaltensabweichungen -schulrechtlich erlaubt- bestrafen.
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